Persönliche Integrität / Schutz vor Gewalt

Sexuelle Integrität
Bei den Opfern von Straftaten gegen die sexuelle Integrität handelt es sich in der grossen Mehrheit um Frauen und Kinder.

Gewalt in Ehe und Partnerschaft
In fast drei Viertel der Fälle, die zu den Opferhilfestellen gelangen, geht es um Gewalt innerhalb der Familie. Dabei ist zu beachten: Mit den Fällen, die von der Polizei oder den Opferhilfestellen registriert werden, wird nur ein Teil der tatsächlichen Gewaltvorkommnisse erfasst. Bei der Bekämpfung von Gewalt in Ehe und Partnerschaft sind in den letzten Jahren auf rechtlicher wie faktischer Ebene wichtige Fortschritte erzielt worden. So trat beispielsweise 2004 die Revision verschiedener Artikel des Strafgesetzbuches in Kraft, womit sexuelle Nötigung und Vergewaltigung innerhalb der Ehe zu Offizialdelikten wurden. Auch einfache Körperverletzung, wiederholte Tätlichkeiten und Drohung zwischen Ehegatten oder Lebenspartnern werden von Amtes wegen verfolgt. Um bei häuslicher Gewalt wirksamer eingreifen und die Opfer besser schützen zu können, haben alle Kantone ihre gesetzlichen Grundlagen angepasst oder spezielle Gewaltschutzgesetze erlassen. Seit 2007 können Gewalttäter aufgrund einer Änderung des Zivilgesetzbuches aus der gemeinsamen Wohnung weggewiesen werden.

Genitalverstümmelung
Gewalt an Frauen und Mädchen hat viele Formen. Auch in der Schweiz leben Frauen und Mädchen, die von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen sind oder deren körperliche und seelische Gesundheit von dieser Praxis bedroht ist. Seit 1. Juli 2012 ist das Verbot der weiblichen Genitalverstümmelung (Art. 124 StGB), in Kraft. Parallel zur neuen Gesetzesbestimmung wurde die Sensibilisierungs- und Beratungsarbeit verstärkt.

Stellungnahme der EKF:

Zwangsheiraten
Eine Verletzung der persönlichen und sexuellen Integrität stellen auch die Zwangsheiraten dar. Seit 1. Juli 2013 ist das Bundesgesetz über Massnahmen gegen Zwangsheirat in Kraft. Zudem startete im gleichen Jahr ein Bundesprogramm, um innerhalb von fünf Jahren funktionierende «Netzwerke gegen Zwangsheirat» aufzubauen. Diese sollen Präventionsmassnahmen durchführen und Opferhilfe anbieten.

Bundesprogramm Bekämpfung Zwangsheiraten: www.gegen-zwangsheirat.ch

Stellungnahme der EKF:

Weitere Stellungnahmen und Publikationen der EKF

3.7. Sexuelle Integrität und Gewalt an Frauen, 12 Seiten (PDF, 58 kB, 11.02.2009)Geschichte der Gleichstellung: Frauen Macht Geschichte 1848-2000

Weibliche Genitalverstümmelung

Einführung: Gewalt an Frauen hat viele Formen – weibliche Genitalverstümmelung ist eine davon (PDF, 30 kB, 24.07.2009)Autorin: Elisabeth Keller. Bern: 2009. Artikel aus «Frauenfragen» 1.2009, 1 S., D/F/I

«Stopp Mädchenbeschneidung – auch in der Schweiz» (PDF, 46 kB, 24.07.2009)Autorin: Elsbeth Müller. Bern: 2009. Artikel aus «Frauenfragen» 1.2009, 3 S., D

Mutilations génitales féminines: les dire pour les bannir (PDF, 48 kB, 24.07.2009)Autorin: Maria Roth-Bernasconi. Bern: 2009. Artikel aus «Frauenfragen» 1.2009, 3 S., F

Weiterführende Informationen

https://www.ekf.admin.ch/content/ekf/de/home/themen/buergerliche-und-politische-rechte/persoenliche-integritaet---schutz-vor-gewalt.html